Schulgeschichte

Die Anfänge wurden zusammengetragen von Christa Meyer aus Sitzungsprotokollen und Schriftwechseln des Schulvorstands, die freundlicherweise von Herrn Greve aus dem Stadtarchiv zur Einsichtnahme überlassen wurden. Weitere Informationen entstammen der Festschrift "700 Jahre Syke", Berichten von Ehemaligen sowie Konferenzprotokollen der Mittelschule, die seit 1941 erhalten sind.

 

Die Anfänge

Schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts tauchte in einigen Syker Bürgerhäusern das Bestreben auf, ihren Kindern eine Schulbildung am Ort zu ermöglichen, die über das Ziel der üblichen Volksschule hinausging. So gründeten sie in den 50er Jahren eine Privatschule, deren Leitung in der Hand von Theologen lag. Die Mittel zur Unterhaltung wurden von den Bürgern selbst aufgebracht. Zunächst war die Schule im Oldehoffschen Haus am Steinkamp untergebracht, später im Hause Plaasch an der Herrlichkeit und schließlich im Lehrerwohnungsgebäude an der Waldstraße.
Daneben bestanden gegen Ende des vorletzten Jahrhunderts in Syke zwei Schulen und zwar die dreiklassige Schule des Fleckens, seit 1872 an der Ecke Hauptstraße/Gesseler Straße, und die zweiklassige der Kolonie Syke, seit 1861 in der Waldstraße 27. Die beiden Schulen wurden 1891 zusammen gelegt und der neu gebildete gemeinsame Schulvorstand beschloss, ein neues Schulgebäude zu errichten.

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auf dem Bild zu sehen: Die dreiklassige Schule des Fleckens Syke.
Heute beherbergt das Gebäude ein Restaurant und eine Weinhandlung.

Aus dem Verkaufserlös der beiden alten Schulhäuser und den dazugehörigen Ländereien wurde das frühere Balksche Posthaus nebst großem Garten an der Ecke Waldstraße/Nienburger Straße angekauft. Das Posthaus wurde zu Lehrerwohnungen umgebaut, ein Teil des Gartens blieb erhalten und zur Kirche hin entstand das neue zweistöckige Schulgebäude mit 8 Klassenräumen, einem Konferenzzimmer, einem Sammlungsraum für Lehrmittel und einer großen Aula. Am 17. August 1893 erfolgte die feierliche Einweihung.
Hauptlehrer und Schulleiter wurde Kantor Fehler. Drei Lehrer hatten zunächst 386 Schüler zu betreuen, eine zu große Zahl, sodass im November 1893 zwei weitere Lehrer angestellt werden mussten.

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hier zu sehen: Das Schulgebäude von 1893, das 1978 abgerissen wurde.

 

Die Schule gliederte sich in drei Abteilungen: die Unterstufe umfasste die ersten beiden Jahrgänge, die Mittelstufe die nächsten vier und der Oberstufe waren wiederum zwei Jahrgänge zugewiesen, in denen nach Geschlechtern getrennt unterrichtet wurde. Erst 1896 wurde ein 6. Lehrer angestellt und von nun an unterrichteten sechs Lehrer in sechs Klassen.

Es gab noch zwei unbenutzte Klassenzimmer in der neuen Schule, von denen der eine an die Privatschule vermietet wurde und der andere beherbergte die neu ins Leben gerufene gewerbliche Fortbildungsschule.
Bereits am 13. Februar 1892 hatte der damalige Schulvorstand zum ersten Mal einen Antrag auf Errichtung einer "das Ziel der Volksschule überschreitenden Schulanstalt - gehobene Volksschule -" gestellt, der jedoch vom Magistrat und dem Bürgervorsteher-Collegium abgelehnt wurde. Erst am 14. Juni 1910 beschloss der Schulvorstand einstimmig, zum 1. April 1911 "gehobene Volksschulklassen" einzurichten. Dieser Vorgang kann als die eigentliche Geburtsstunde der späteren Mittel- bzw. Realschule angesehen werden.

 

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das Bild zeigt einen Ausschnitt der Gründungsurkunde von 1911
Wie damals üblich lag das Bildungswesen in den Händen der Kirche.
Folgerichtig leistete die erste Unterschrift Pastor Lampe.

 

Die "Gehobene Abteilung" - Entwicklung zur Mittelschule

Für die "Gehobene Abteilung" sollten zwei Lehrerstellen neu eingerichtet werden (auf Wunsch der Regierung ein Rektor und ein Mittelschullehrer). Die Beschlussfassung des Schulvorstands 1910 über deren Besoldung wurde zunächst einmal ausgesetzt, zumal man sich soeben zur Erhöhung des Küstergehalts auf 200 Mark durchgerungen hatte.

In der gleichen Sitzung wurde der Privatschule zum 1.4.1911 gekündigt, was deren endgültige Auflösung zur Folge hatte. Ihre Bedeutung war in den letzten Jahren ohnehin mehr und mehr gesunken. Viele Syker Eltern nutzten die gute Bahnverbindung Syke-Bremen und wünschten für ihre Kinder das vermeintlich bessere Bildungsangebot der Stadt. Diese "Konkurrenz" zu den Bremer Schulen machte später auch der gehobenen Abteilung noch zu schaffen.

Es gab noch ein anderes Problem, mit dem sich der Schulvorim Jahre 1910 zu befassen hatte: "die Schweinehaltung seitens der Lehrer". Es war dringend erforderlich geworden, eine "ummauerte Dungstätte mit Deckel" herzustellen. Außerdem wurde beschlossen, dass jeder Lehrer nicht mehr als zwei Schweine halten durfte. Somit konnten sich die ortsansässigen Pädagogen leider nur in beschränktem Umfang an dem in und um Syke seit jeher blühenden Schweinemastgeschäft beteiligen. Immerhin ergab die Volks- und Viehzählung von 1911, dass sich in Syke 2300 Einwohner und 5466 Schweine tummelten.

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"Übersetzung" des obenstehenden Textes von Bürgermeister Hanno:


Lokales

Schule zu Syke: Einen wichtigen Beschluss fasste vor einigen Tagen der hiesige Schulvorstand, nämlich die Umwandlung und Einrichtung der gehob. Abteilung nach einem Mittelschul-System zu Ostern 1922. Diese Erweiterung mit dem Ziele "Berechtigungsschein" wird zweifellos von vielen Eltern in Syke und Umgebung freudig begrüßt werden in der Erkenntnis, dass die Schulfahrten nach Bremen viele Kinder gesundheitlich und sittlich schädigen. Die Einrichtung einer Mittelschule in Syke ist bereits früher beabsichtigt und nur durch den Krieg gehemmt worden. Für alle Eltern bleibt die Entwicklung und Förderung der Kinder die Hauptlebensaufgabe, zumal namentlich auch die heranwachsende Jugend zu dem Wiederaufbau Deutschlands beitragen muss. Zudem wir auf die heutige Annonce verweisen, wünschen wir der Schule gutes Gedeihen.

 Bis der Unterricht an der gehobenen Abteilung anfangen konnte, gab es noch einige organisatorische Dinge zu regeln. „Dem Vorschlage der königlichen Regierung entsprechend“ beschließen die Schulvorstände einstimmig,

  • „dass die Kinder der Volksschule nach vierjährigem erfolgreichen Besuch derselben in die unterste gehobene Schulklasse eintreten können“,
  • zwei gehobene Schulklassen eingerichtet werden,
  • ein Schulgeld von 80 Mark pro Jahr für Schüler aus dem Schulverband und von 100 Mark für auswärtige Schüler erhoben wird.

Während des ersten Weltkrieges unterrichteten an der gehobenen Abteilung neben Rektor Schlemm drei Lehrer, zwei Lehrerinnen und eine Lehrerin zur Aushilfe. Der Tatendrang des Schulvorstandes hatte indessen nicht nachgelassen. Bereits 1911 befasste man sich mit ersten Plänen zum Bau einer Turnhalle. Die Hoffnungen, die an die gehobene Abteilung geknüpft waren, konnten sich zunächst nur teilweise erfüllen. Die Schülerzahl blieb hinter den Erwartungen zurück. Selbst eine Herabsetzung des Schulgeldes auf die Hälfte brachte nicht viel. In den ersten fünf Jahren trafen aus Barrien ganze drei, aus Heiligenfelde sogar keine einzige Anmeldung ein. Der Bahnanschluss nach Bremen bzw. Vilsen oder Hoya war bequemer als der Schulweg nach Syke. Nicht zuletzt trug auch der Krieg dazu bei, dass die gehobene Abteilung sich nicht so zügig weiter entwickeln konnte, wie es sich die Begründer vorgestellt hatten.

Ein weiteres Problem lag in der Einstellung vieler Eltern zum Fremdsprachenunterricht. Die Mehrzahl wünschte für ihre Kinder keinen Unterricht in fremden Sprachen, sodass nur etwa ein Achtel der Kinder daran teilnahm. „Denselben verbindlich zu machen würde sofort das Bestehen der gehobenen Abteilung in Frage stellen“, bekundete Rektor Schlemm.

Nach dem Krieg änderte sich die Situation. Über mangelnden Zulauf konnte sich die Schule nun nicht mehr beklagen. Die Einwohnerzahl Sykes stieg auf 3000 an, „der Schulausbau in dem stark in der Entwicklung begriffenen Kreisort Syke mit seinen zahlreichen Beamten (stellt) durchaus ein dringendes Bedürfnis dar“. Inzwischen hatte sich wohl auch in der Elternschaft die Einstellung durchgesetzt, dass die Ausbildung an fremden Orten kostspieliger war, „ganz zu schweigen von den Unzulänglichkeiten und Moral und Erziehung schwer schädigenden Einflüssen und Gefahren, denen die Fahrschüler ausgesetzt sind.“ Das wurde jedenfalls in einem Schreiben einiger Eltern an den Schulvorstand deutlich.

Der 1917 diskutierte Plan, in Syke ein Mittelschulsystem einzuführen, konnte nun zu Ostern 1922 verwirklicht werden. Dem damaligen Bürgermeister Hanno hatte die Entwicklung eines leistungsfähigen Schulsystems in Syke stets am Herzen gelegen und so wundert es nicht, dass bereits drei Tage nach der Beschlussfassung mit einem Aushang für die neue Mittelschule geworben wurde. Auch die Zeitungen wurden aufgefordert, das Ereignis entsprechend zu verbreiten.

Die laufende Erhöhung der Schülerzahlen machte eine Vermehrung der Klassenzimmer nötig, so musste die Aula aufgegeben und durch eine Zwischenwand in zwei Klassenräume geteilt werden. Ferner wurde das Dachgeschoss nach beiden Seiten hin ausgebaut, so dass 1924 schließlich 12 Unterrichtsräume zur Verfügung standen. Parallel dazu begann der Bau einer Turnhalle, die 1927 eingeweiht wurde. Man hatte an vieles gedacht bei der Planung des Hallenbaus, nur nicht daran, dass eines Tages weibliche und männliche Sportlehrer gleichzeitig unterrichten müssten – es gab nur einen Umkleideraum! Gott sei Dank aber einen großen Schrank darin und so zogen sich kurzerhand die eine Lehrkraft vor, die andere hinter der geöffneten Schranktür um.
Was nur noch fehlte, war eine offizielle Anerkennung als öffentliche Mittelschule. Der Antrag des Schulvorstands wurde im März 1925 gestellt, die Genehmigung der Regierung ging am 13. Mai 1925 in Syke ein.

Der letzte Akt im Zusammenhang mit der Umwandlung der einstigen 'gehobenen Abteilung' zu einer ausgebauten Mittelschule wurde schließlich für Syke im März 1929 vollzogen, als der Preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung auf Antrag des Schulvorstandes die Schule als 'vollausgestaltete Anstalt' anerkennt.

1930 standen 100 Schülern (80 Syker, 20 Auswärtige) neben Rektor Schneemilch 6 Lehrkräfte zur Verfügung. Angesichts der Anzahl der heutigen Schulabgänger (jährlich ca. 100) klingt es nach 'Familienbetrieb', dass 1930 ganze 5 Schüler die Schule mit dem Zeugnis der mittleren Reife verließen, die zudem im Lehrerzimmer, das etwa die Größe eines normalen Wohnzimmers hatte, unterrichtet worden waren. In der 1. Klasse (heute 10. Schuljahr), dem sogenannten Prüfungsjahr, wurden alle Klassenarbeiten, dazu im Fach Deutsch noch 12 Hausaufsätze, gewertet und zur Abschlussnote zusammengefasst. Außerdem musste in einem Fach, das die Schüler wählen konnten, noch eine Abschlussarbeit geschrieben werden und da galt es mindestens zwei kleine Schulhefte mit Weisheiten zu füllen, zu einem Thema, das vom Fachlehrer gestellt wurde. Schaffte man dieses Prüfungsjahr nicht auf Anhieb, bekam man es auch noch schwarz auf weiß auf dem Zeugnis vermerkt.

 

Die Mittelschule im 3. Reich

In den 30-erJahren hinterließen die Veränderungen in der politischen Landschaft auch ihre Spuren in Syke und nicht zuletzt in und an der Schule. 1933 bittet Mittelschullehrer Kuck in seiner Eigenschaft als Kreisjugendpfleger den Schulvorstand um die kostenlose Überlassung der Turnhalle an den Samstagen für die Hitlerjugend, die mit dem Jungvolk zusammen über 200 Jugendliche aus dem Raum Syke erfasste. Die geforderte enge Zusammenarbeit zwischen Schule und HJ gab in der Folgezeit häufiger Anlass zu Beschwerden seitens der Schule, da die Jugendlichen die "Schulräume nicht (immer) so benutzt haben, wie dieses der Ordnung entspricht". Es kam zu Beschmutzungen, Beschädigungen u.a.m., sodass sich der Schulverbandsvorsteher 1934 "zu seinem Bedauern genötigt (sah), der Hitlerjugend eine Weiterbenutzung von Schulräumen zu untersagen." Die Mädchenorganisation BdM hatte sich offenbar besser benommen, denn ihnen wurde die Turnhalle und für besondere Veranstaltungen auch das Klavier weiterhin zur Verfügung gestellt.

Rektor Schneemilch bekam aufgrund seiner Einstellung, die sich z.B. in der Zugehörigkeit zu einer "nicht erwünschten" Organisation äußerte, immer mehr Probleme und wurde schließlich 1936 als einfacher Lehrer nach Hannover versetzt.

Die räumlichen Verhältnisse in dieser Zeit kann man nur als äußerst beengt bezeichnen; Fachunterricht wie z.B. Hauswirtschaft und Werken fanden nur unter erschwerten Bedingungen im Keller des Turnhallenanbaus statt. So wundert es nicht, dass das Hauptanliegen des neuen Rektors Kuck der Bau einer neuen Schule war, zumal der Zustand der vorhandenen Räume einige Wünsche offen ließ, wie dem unten stehenden Schreiben zu entnehmen ist.

Kuck hatte den Plan (als stellvertretender Vorsitzender des Gesamtschulverbandes), 1939 zwei Lehrerstellen an der Volksschule abzubauen, um das eingesparte Geld für einen neuen Schulbau zu verwenden. Die Regierung genehmigte nur den Abbau einer Stelle zu Ostern 1939. Der 1938 vom Stadtrat beschlossene Neubau wurde wegen des Ausbruchs des 2. Weltkrieges nicht mehr durchgeführt.

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An manchen Tagen wurde von der HJ angeordnet, in Uniform zu erscheinen, so z.B. am 20. April ("Führers Geburtstag") oder am 9. November ("Heldengedenktag") und während des Krieges, wenn größere Schlachten siegreich vollbracht waren. Dann kamen alle am Morgen in der Turnhalle zusammen und der Schulleiter hielt eine kleine Ansprache. Manchmal wurde auch eine Rede des Führers oder eines anderen hohen Parteimitglieds im Rundfunk übertragen und die erreichte auch den hintersten Winkel der Syker Turnhalle. Anlässlich der Reichsparteitage wurde der normale Stundenplan ebenfalls geändert. Die jeweiligen Themen wurden zum Unterrichtsgegenstand, zumindest in den höheren Klassen. Einige Aufsatzthemen von 1935/36 sind in diesem Zusammenhang recht aufschlussreich: "Die Bedeutung des ländlichen Luftschutzes" oder "Die Bedeutung des Bauernstandes, insbesondere in national-sozialistischer Auffassung".

Bei Kriegsausbruch wurden Rektor Kuck und Lehrer Lönnecke zum Heeresdienst herangezogen, 1942 wurde auch Lehrer Dr. Kasting eingezogen. Die Aufstellung des Stundenplans wurde immer schwieriger, u.a. weil die Herren Wellhausen und Lönnecke für je einen Tag der Woche zum Unterricht der Luftwaffenhelfer in Harpstedt abgeordnet waren.

In den letzten beiden Kriegsjahren konnte "normaler" Unterricht immer seltener durchgeführt werden. Häufig gab es Unterbrechungen durch Fliegeralarm. Sobald der Vollalarm einsetzte, musste die Schule geräumt werden. Ein Teil der Schüler machte sich auf den Weg in den Luftschutzkeller bei der Kreisverwaltung, ein anderer Teil flüchtete zur Kreissparkasse. Hatte es während der Nacht länger als eine Stunde Alarm gegeben, begann der Unterricht am nächsten Morgen eine Stunde später.

Immer wieder ein besonderes Ereignis bedeutete es, wenn Gäste in der Schule waren. So kam einmal ein berühmter Jagdflieger und Ritterkreuzträger zu Besuch. Besonders die Jungen hörten voll Bewunderung der Schilderung seiner "Heldentaten" zu. Ach könnte man doch auch erst "richtig" mitmachen! Das war aber nur den Jahrgängen ab 1927 vorbehalten, nämlich als Flakhelfer in die Stellungen zu gehen. Zwar kamen manchmal auch Meldungen an, dass eine Flakstellung einen Volltreffer erhalten hatte und ehemalige Schulkameraden gefallen waren, aber "das gehörte nun einmal dazu" und die Berichte derjenigen, die zum Teil mit Orden dekoriert zwischendurch zu Besuch in die alte Klasse kamen, machten Ängste und aufkommende Zweifel oft schnell vergessen.

Das Schulgebäude blieb zwar von Bombentreffern verschont, aber dennoch konnten die Schüler nach den Osterferien 1945 nicht in ihre Schule zurückkehren. Nach dem Einrücken der englischen Panzerverbände am 8. April 1945 wurde das Gebäude mit frei gewordenen Hilfsarbeitern, vor allem Polen, und etwas später von 800 Russen belegt. Das gesamte Grundstück wurde durch Baracken und sogen. Kochlöcher auf dem Hof völlig verwahrlost, die Inneneinrichtung diente zum größten Teil als Brennholz, sämtliche Lehrmittel wurden restlos vernichtet. Nach dem Abzug der Einquartierung im Juli 1945 befanden sich die Räume und das Schulgelände in einem kaum zu beschreibendem Zustand.
Nach tagelangen Aufräumungs- und Desinfizierungsaktionen durch Syker Einwohner konnten die Handwerker mit den allernötigsten Ausbesserungen beginnen und im Herbst wurde ein gekürzter Unterrichtsbetrieb wieder aufgenommen. Wegen Mangel an Bänken sollten die oberen Klassen Stühle von zu Hause mitbringen. Schulbücher waren knapp, da auf Anordnung der britischen Militärbehörde sämtliche seit 1930 in Gebrauch befindlchen Exemplare abgegeben werden mussten. Bürgermeister Jürgens arbeitete einen Plan aus, nach dem je ein Schüler für die Sammlung per Handwagen in einem bestimmten Straßenbezirk verantwortlich war. So kamen nach einer noch erhaltenen Liste mindestens 1186 Rechen-, Sprach- Lese- und Liederbücher zusammen.

Fortsetzung folgt...